Die Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises

Dieses Jahr wurde am 24. September 2017 der internationale Nürnberger Menschenrechtspreis zum zwölften Mal verliehen. Im Anschluss an die Verleihung hat das P-Seminar von Herrn Lehnerer den anwesenden berühmten Persönlichkeiten einige Fragen gestellt.

Die Geschichte der Verleihung

Die Idee, den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis zu verleihen, entstand im Jahr 1993. Der damalige Oberbürgermeister Peter Schönlein stellte die Idee eines Menschenrechtspreises in einer Rede vor. Dieser Preis sollte Menschen ehren, die sich für die Menschenrechte einsetzen. Gleichzeitig war es ein Zeichen dafür, dass Nürnberg für Frieden, Versöhnung, Verständigung und die Menschenrechte einsetzt, im Gegensatz zu den Zeiten im Zweiten Weltkrieg. Die erste Verleihung fand am 17. September 1995 statt und ehrte den Russen Sergej Kowaljow für sein Engagement gegen den Krieg zwischen Tschechien und Russland. Es wurde ein Preisgeld von 25.000 DM überreicht. Seitdem wird alle zwei Jahre dieser Preis an eine Person, die sich besonders für die Menschenrechte engagiert, verliehen. Seit 1999 findet nach der Verleihung, die seit 1997 im Nürnberger Opernhaus stattfindet, die Friedenstafel statt. Bei der Friedenstafel handelt es sich um ein Beisammensitzen von Menschen aus ganz Nürnberg. Sie essen und unterhalten sich miteinander. Übrigens: Wusstest du, dass die erste Friedenstafel in Nürnberg mit 7,8 Kilometern Länge in das Guinness-Buch der Rekorde einging? Mit ungefähr 40.000 Gästen war dieses Event äußerst gut besucht. Es gibt auch die Möglichkeit mit den Jurymitgliedern oder den Preisträgern in Kontakt zu kommen, die einen eigenen Tisch bei der Friedenstafel besetzen. Auch in den folgenden Jahren war die Friedenstafel immer sehr gut besucht.

Die diesjährige Verleihung

Dieses Jahr wurde der Preis an die Gruppe Caesar verliehen. Diese Gruppe stammt aus Syrien und besteht aus einigen Personen, rund um einen Militärfotografen, der 2013 aus Syrien floh. Zurzeit lebt der Fotograf unter dem Codenamen „Caesar“ in Nordeuropa. Während er für das syrische Regime gearbeitet hat, musste er tausende von toten Menschen fotografieren. Nach einiger Zeit fing er an, diese Bilder aus dem Land zu schmuggeln, um so die Menschenrechtsverletzungen während des syrischen Bürgerkrieges an die Öffentlichkeit zu bringen. Für uns in Deutschland ist es unvorstellbar, aber seine Bilder zeigen Menschen, die zu Tode gefoltert wurden. Die angebliche Ursache für den Tod? Herzstillstand. Und zwar bei allen der Toten. Nach einigen Untersuchungen wurde die Echtheit der Bilder festgestellt. Wirklich bekannt wurde die ganze Geschichte durch ein Buch der französischen Journalistin Garance Le Caisne: sie schrieb als freie Journalisten viel über den Nahen Osten und Syrien. Als sie von der Geschichte Ceasars hörte, machte sie sich auf die Suche nach ihm. Über einen Bekannten des Geflohenen schaffte sie es, Vertrauen aufzubauen und einen Kontakt zu Caesar herzustellen. Nach mehreren Interviewstunden verfasste sie das Buch: „Codename Caesar: Im Herzen der syrischen Todesmaschine“ und veröffentlichte es. Das tat sie, weil sie den Syrern ein Buch als Erinnerung geben wollte, wie sie uns während des Interviews verriet. Dieses Buch sorgte unter anderem dafür, dass sie den Geschwister-Scholl-Preis bekam, doch viel bedeutender waren die Reaktionen aus aller Welt. Gegen Baschar al-Assad, den Staatspräsidenten Syriens, und die Mitglieder seines Regimes wurden Anklagen aus aller Welt erhoben, auch wenn er trotz der Gewissheit, dass die Bilder echt sind, weiterhin abstreitet, dass in seinem Land Menschenrechtsverletzungen durch die Regierung durchgeführt werden. Der Preis wurde aus Sicherheitsgründen nicht dem Militärfotografen selber übergeben, doch Garance Le Caisne übernahm die Entgegennahme für ihn.

Unsere Interviews

Am Ende des letzten Schuljahres haben wir uns als damalige Zehntklässler mit Herr Lehnerer getroffen und uns dazu bereit erklärt, einige Interviews an der Nürnberger Friedestafel zu führen. Damit war das Hans-Sachs-Gymnasium das zweite Mal bei der Friedenstafel dabei und rückten den anwesenden Prominenten stellvertretend für die Allgemeinheit auf die Pelle. Heraus kamen einige interessante Gespräche und neue Denkanstöße für uns, zusammen mit einer großartigen Erfahrung. Zusammenfassend kann man sagen, dass wir diesen Tag mit all seinen Eindrücken für immer mitnehmen werden. Bei einigen sind lustige oder nachdenkliche Zitate hängen geblieben. Andere waren von der Preisverleihung fasziniert und hingen an den Lippen der Redner. Es war ein schönes Erlebnis, wie aufgeschlossen die Anwesenden waren und wie sie sich unseren Fragen gestellt haben. So unterschiedlich die Herkunft aller auch war, in einem waren sich glaube ich alle einig: Die Menschenrechtsverletzungen müssen aufhören und die Menschen aus aller Welt müssen ihre Augen öffnen für das, was um sie herum geschieht, sonst rasen wir in eine ungewisse Zukunft, voller Angst und Hass. Deshalb: Augen AUF!