Sich gegen Vorurteile wehren

Wir sind eine Schule ohne Rassismus, eine Schule mit Courage. Doch innerhalb und außerhalb der Schule bekommen wir immer wieder mit, wie gegen andere Vorurteile ausgesprochen werden. Vielleicht ist alles nur Spaß und nicht ernst gemeint, doch woher kommen diese Vorurteile?

Wir stecken andere in Schubladen. Warum ist erstmal egal. Asiaten sind schlau. In der Südstadt Nürnbergs leben alle Ausländer. Frauen gehören in die Küche. Männer haben keine Sozialkompetenzen. Teenager sind zickig und motzen über alles. Kommt dir das alles bekannt vor?

Menschen in Schubladen zu stecken gibt uns Sicherheit. Wir haben eine Ahnung auf was wir uns einlassen. Doch wenn jemand aus der Reihe tanzt – aus seiner Schublade ausbricht – sind wir verwundert. Immer wieder hören wir uns Geschichten über Menschen – die wir kennen oder auch nicht – an. „Hast du schon gehört?“ So fangen die meisten Erzählungen an. Wir hören zu und bilden uns ein Urteil. Ob wir wollen oder nicht, die Geschichten setzen sich in unseren Köpfen fest und wir bilden uns eine Meinung.

Was dagegen tun? So wirklich dagegen wehren können wir uns nicht. Das einzige, was hilft, ist weghören oder sagen, dass es einen nicht interessiert. Ich habe es einmal probiert indem ich gesagt habe, dass ich die Person lange nicht gesehen habe und mir deswegen keine Meinung bilden kann. Dass ich es laut ausgesprochen habe, hat mir ins Bewusstsein gerufen, was diese Erzählung mit mir und meinen Gedanken gemacht hätte. Durch einen einfachen Satz habe ich es geschafft, nicht beeinflusst zu werden und mir bei dem nächsten Kontakt mit dieser Person ein eigenes Bild über die Lage verschafft habe.

Also lasst uns der Message unserer Schule folgen und uns gegen Vorurteile wehren. Denn es sind diese kleinen Dinge, die sich in unseren Köpfen festsetzen und sich mit der Zeit zu immer größeren Haufen auftürmen, sodass wir am Schluss ein bestimmtes Bild von einer Person und einer Gruppe im Kopf haben. Wenn sich diese Stereotypen erst einmal in unseren Köpfen verankert haben, dann wird es schwer, sie wieder los zu werden. Bis wir am Schluss so von ihnen eingenommen sind, dass wir sie auf jeden Menschen einer bestimmten Gruppe übertragen. Wenn es erst einmal so weit gekommen ist, dann passiert es oft, dass wir diesen Menschen mit Hass oder Wut gegenüberstehen, obwohl sie gar nichts dafürkönnen. Denn so entsteht Rassismus. Wir haben ein bestimmtes Bild in unseren Köpfen und auch, wenn es gar nicht stimmt, beeinflusst es unser Handeln.