Vom Tuten und Blasen eine Ahnung

Musik kommt nie aus der Mode. Vielleicht war das der Grund, warum sich im Jahre 2009 einige Schüler und ein paar Lehrer trafen, um gemeinsam ihre Leidenschaft zu teilen: Musik. Damals ahnte aber vermutlich niemand, wie erfolgreich ihr Treffen werden sollte. Es bildete sich nicht nur eine Band, sondern ein Rückzugsort für Musiker unserer Schule, um ihre künstlerischen Fähigkeiten im Einklang mit der Harmonie der Band auszuleben. Bis heute erfreuen sich die Folders nicht nur an großer Beliebtheit unter ihren Mitgliedern, sondern auch an großer Begeisterung vieler Fans, die die harmonischen und manchmal auch verrückten Klänge unserer Schulband hören wollen.

Begonnen hatte alles mit nur ein paar, wenigen Mitgliedern im Schuljahr 2009/10. Man sprach auch noch nicht von einem kleinen Schulorchester, wie man es heute berechtigterweise tun könnte, sondern von einer Brasscombo mit drei Trompeten (darunter einer Basstrompete), zwei Altsaxofonen, einem Horn, einer Tuba, einer Posaune und einem Schlagzeug. Ungewöhnlich war nicht nur die entspannte Atmosphäre mit den fünf mitspielenden Lehrern, sondern auch das Dasein einer Sängerin aus der siebten Klasse, weswegen man von Marching Band Liedern immer mehr auf Mashups bekannter Songs umstieg. Im Laufe der Zeit, in der einige der Schüler, bedingt durch ein gelungenes Abitur, die Band verlassen hatten, kam aber immer wieder Nachwuchs aus jüngeren Jahrgangstufen nach. So kam es zu häufig wechselnden Besetzungen mit zeitweise vielen, zeitweise nur sehr wenigen Schülern. Erstmals völlig neu ist das Mitwirken von Streichern seit 2014, die bis heute noch zahlmäßig mehr geworden sind. In diesem Schuljahr umfasst die Band mehr als 20 Mitglieder, aus allen Jahrgangsstufen kommend und die unterschiedlichsten Instrumente spielend.  Sowohl eine Gesangsstimme, eine Posaune, eine Trompete und seit neustem auch ein Horn, als auch Saxofone, eine Klarinette, mehrere Geigen, ein Kontrabass, eine Bratsche und sogar einer Querflöte umfasst das Ensemble mittlerweile. Trotzdem sind neue Gesichter immer gerne gesehen und können sich bei Interesse bei Herr Lehnerer oder Herr Mauder melden, denn mit Ende des Schuljahrs 2017/18 verlassen gleich 6 mit dem Abitur fertige Musiker des Stammkerns die Truppe. Ein Einschrumpfen auf nur sehr wenige Mitglieder möchte man aus Erfahrung unbedingt vermeiden.

Wer sich fragen sollte, was diese Band denn auszeichnet, außer der Begeisterung der Mitglieder am Musizieren, der ist herzlich zu einem Konzert der Folders eingeladen. Nicht umsonst sind die Musiker der vergangenen neun Jahre des Öfteren auf großen Konzerten, neben den Sommer- und Winterkonzerten der Schule, auch auf großen Bühnen vor hunderten von Zuhörern aufgetreten, wie 2012 und 2014 auf dem allseits bekannten Bardentreffen oder wie im Frühjahr 2017 zusammen mit der Band Miasin Zam im ausverkauften Marktgrafentheater in Erlangen – und immer gab es tosenden Applaus, was die Qualität unserer Schulband unterstreicht. Nichts kann die Folders stoppen: auch kein schlechtes Wetter beim Bardentreffen 2013. Spontan musizierte man einfach in einer Tiefgarage unter schwierigsten Bedingungen und durfte sich trotzdem über große Begeisterung der Zuhörer freuen.

Bedingt durch die unterschiedlichen Anlässe, zu denen die Folders auftreten, reicht ihr Repertoire von Weihnachtsliedern und Jazz-Nummern über bekannte Song-Mashups bis hin zu selbstkomponierten Werken. „I feel happy“ (gemixt aus „I feel good” und  „Happy”), „Mission Five” „ („Mission impossible” und „Take Five”), “Another sky to fall” („Skyfall” und „Another way to die”) oder das Dschungelbuch-Mashup sind Klassiker und beim Publikum sehr beliebt. Immer häufiger werden die Eigenkompositionen von Martin Lehnerer gespielt, der in naher Zukunft weitere Songs zum Thema „Schule ohne Rassismus“ schreiben möchte. Besonders gut angekommen ist „Kleiner Mut“ aus diese Frühjahr 2017, das im Marktgrafentheater Erlangen mit Miasin Zam aufgeführt wurde und nicht nur den Musikern Gänsehaut bescherte. Es animiert zu Zivilcourage und ist gleichzeitig ein Statement der Folders, für „Gleichheit, Freiheit [und] Brüderlichkeit“ mit Mut einzustehen (siehe unten). Für die nahe Zukunft ist geplant, als besonderes Feature neben den häufigen Auftritten im Laufe dieses Jahres noch eine eigene CD aufzunehmen, zu entwickeln und herauszubringen.

Doch trotz der hohen Lobpreisung kann man beim Anhören so manch einer Probe erschaudern: Schiefe Töne und falsche Rhythmen plagen die eigentlich schönen Melodien. Besonders bei neuen Stücken, die auch häufig in unvollständiger Form vorliegen und nach einiger Zeit nochmal überarbeitet werden, sind Fehler vorprogrammiert. Aber das ist auch gut so. Aus Fehler kann man lernen. Und jeden Fehler, den man in der Probe gemacht hat, kann man in einer Aufführung schon einmal verhindern. Umso wichtiger sind die Probentage, an denen von früh bis spät gespielt, ausprobiert und abgestimmt werden kann. Aber nicht nur das Musizieren spielt eine zentrale Rolle; auch die sozialen Aktivitäten sind von besonderer Wichtigkeit. So herrscht im Allgemeinen eine äußerst gute Stimmung unter den Instrumentalisten, denn – wie jeder andere auch – sind sie gerne von ihren Freunden und Kameraden umgeben. Natürlich kommt auch der Spaß an der Musik und den meist historisch eindrucksvollen Räumlichkeiten hinzu, was die Probentage immer zu einem Erlebnis der ganz besonderen Art macht.

Alle erreichten Erfolge verdankt das Ensemble seinem Ensembleleiter Martin Lehnerer, der seine Musiker mit einem Herzblut betreut, wie es nur ein wirklich begeisterter Komponist und Bandleiter tun kann; neben der Leitung der Proben, der Organisation der Konzerte und dem Komponieren eigener Stücke, kam er trotz einer wohlverdienten Elternzeit zu seiner Schulband, um mit ihnen zu musizieren und Spaß zu haben. Aber fast genauso wichtig wie Herr Lehnerer ist die Motivation der Schüler selbst und deren Bereitschaft, viel Zeit in ihre Band zu stecken. Wenn alle mithelfen und zusammenhalten, sind die Folders nicht nur irgendeine Band einer Nürnberger Schule, sondern eine große musikalische Familie.                                                           Quellen: eigene; Bild: Martin Lehnerer

Bardentreffen 2013 (notgedrungen in einer Tiefgarage)
Konzert im Erlanger Marktgrafentheater 2017
Konzert im Erlanger Marktgrafentheater 2017