Schulplatzmiete: The Legend of Georgia McBride

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Vor allem durch Heidi Klums viel kritisierte Serie „Queen of Drags“ rücken Themen wie Drag Queens aber auch Transgender und LGBTQ+ immer mehr in den Fokus der Gesellschaft. DIVERSITY wird heutzutage groß geschrieben, jeder soll sich frei entfalten können und seine Träume leben, aber wird man wirklich von der Gesellschaft akzeptiert, wenn man anders ist? Und bedeutet „anders“ sein nur den Normen der Allgemeinheit nicht zu entsprechen?

Dieses Thema wird auch in der Komödie „The Legend of Georgia McBride“ von Mathew Lopez aufgegriffen. In dem Theaterstück geht es um Casey, einen Elvis-Imitator, der gefeuert wird und durch Zufall als Drag Queen aushelfen muss. Im Laufe des Stücks entdeckt er seine Liebe zur Musik, Verkleidung und die Möglichkeit für kurze Zeit jemand anderer zu sein – jemand, der keine Fehler macht und in jeder Hinsicht perfekt zu sein scheint – Georgia McBride ist geboren. Allerdings hat Casey Angst vor der Reaktion seiner schwangeren Frau, weshalb er ihr sein Doppelleben verschweigt. Als diese sein Geheimnis jedoch lüftet, kommt es zu einem großen Streit, welcher in der Erkenntnis Caseys endet, dass das Leben als Drag Queen mehr als nur ein Hobby für ihn ist und ihn zusammen mit seiner Familie vollkommen erfüllt.

Allgemein kann man sagen, dass die Inszenierung des Stücks in jeder Hinsicht gelungen ist. Die Komödie konnte nicht nur durch die herausragende schauspielerische Leistung der Darsteller, sondern auch durch die Einsetzung zahlreicher Specialeffects überzeugen. Beispielsweise war es durch das interaktive Bühnenbild, durch das schnell zwischen Backstage-Bereich und Bühne gewechselt werden konnte, möglich, als Zuschauer die stetige Verbesserung Caseys Performance im direkten Vergleich nachzuvollziehen. Des Weiteren wurde durch die unterschiedlichsten Musikstile wirklich jeder Geschmack getroffen, was zusätzlich durch die Kostüme, die sowohl auf den Charakter der einzelnen Drag Queens als auch auf die Musikrichtung abgestimmt waren, unterstützt wurde. Zum Beispiel trug Casey anfangs zu dem Lied „Padam Padam“ von Édith Piaf ein schwarzes, elegantes Kleid, als Georgia McBride später Persönlichkeit annahm, wechselte er sein Kostüm in ein aus seinem alten Elvis-Outfit genähten Kleid und sang Countrymusik dazu. Außerdem wurde dem Stück durch plötzlichen Lamettafall, Lichteffekte und einer hereinschwingenden Kugel, auf der sich eine singende Drag Queen befand, zusätzliche Spannung und Abwechslung verliehen. Das unbestrittene Highlight von „The Legend of Georgia McBride“ war die große Abschlussshow, bei der alle Darsteller die Bühne verließen und mit den Zuschauern interagierten.

Zusammenfassend ist anzumerken, dass dieses Stück wirklich für jeden geeignet und zu empfehlen ist, da es sowohl witzige Teile als auch eine Liebesgeschichte und künstlerische Aspekte vereint und dabei ein trotzdem sehr ernstes und aktuelles Thema mitreißend anspricht.

von Eva Lechner und Verena Wedel