Klimaschutz – Nein, Danke?!

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Ein religionsphilosophischer Essay von Sylvie Kestler

FridaysForFuture, WWF, Greenpeace. Jeder kennt diese Organisationen. Sie sind die wohl bekanntesten Vereine in Sachen Umweltschutz. Nun stellt sich jedoch die Frage, warum wir das Klima überhaupt schützen sollen.
Diese Frage lässt sich aus zweierlei Perspektiven beantworten. Zunächst aus der religiösen Sicht. Im Christentum und im Islam wird der Mensch als „Verwalter“ oder „Wächter“ der Erde angesehen. Das bedeutet, dass der Mensch über die Tier- und Pflanzenwelt herrscht. Es zählt zu seinen Aufgaben, sich um den Erhalt seiner Umwelt zu kümmern. Während das Christentum eine Pflicht zum Naturschutz aufweist, sagt der Islam, dass Umweltsünder nicht in den Himmel gelangen. Doch selbst bei einer so klaren Aufgabenstellung ist dies nicht jedem Anhänger dieser Religion bekannt, oder es wird entweder ohne Absicht oder ganz gekonnt ignoriert. Auch im Christentum fällt es nicht schwer, seine Pflicht beiseite zu legen.
Das Judentum hingegen weist von vornherein einen „grünen Lebensentwurf“ auf. Hier wird Fokus auf die Bewahrung der Umwelt sowie die Wiederverwendung von Dingen gelegt. Außerdem ist es bei religiösen Festen, von denen viele einen Bezug zur Umwelt haben, schwer, sich nicht für den Naturschutz einzusetzen. Zudem existiert ein Nationalfonds, dessen Spenden zum Erhalt der Natur verwendet werden.
Die Frage, warum wir das Klima schützen sollen, lässt sich allerdings auch aus philosophischer, sprich nicht-religiöser Sicht beantworten. Ein Grund für den Umweltschutz ist das eigene Ego. Aus eigenem Interesse sollte man auf die sich schnell verändernde Umwelt achten. Was vor 100 Jahren noch weit weg schien, ist nun greifbar nah. Naturkatastrophen sind alltäglich und ein irreversibler Schaden ist nah.
Wer also ein unbeschwertes Leben führen möchte, sollte sich für den Klimaschutz einsetzen. Wenn nicht für sich selbst, dann sollte man trotzdem für zukünftige Generationen eine gut erhaltene Umwelt garantieren, es sei denn man möchte, dass das Leben der eigenen Kinder durch Klimakrisen komplett auf den Kopf gestellt wird.